Ergotherapie

Ergotherapie - was ist das?

Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Ziel ist, sie bei der Durchführung für sie bedeutungsvoller Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer persönlichen Umwelt zu stärken.

Hierbei dienen spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung dazu, dem Menschen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu ermöglichen.
(DVE 08/2007)

Ergotherapie ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Patienten zahlen eine Zuzahlung von 10,00 Euro für die Verordnung und 10% der Behandlungskosten.
 
Lebensqualität erreichen
Die Zielsetzung ergotherapeutischer Behandlung bei neurologisch Erkrankten ist das Wiedererlangen und/oder die Erhaltung der Handlungsfähigkeit und damit größtmöglicher Selbstständigkeit und Unabhängigkeit von Hilfen und Hilfspersonen im häuslichen und persönlichen Alltag.
 
Eine ergotherapeutische Behandlung in der Neurologie beinhaltet exemplarisch die Hemmung und den Abbau krankhafter Haltungs- und Bewegungsmuster und das Erlernen und Üben normaler Bewegungen. Sie trägt zur Verbesserung der Verarbeitung von Sinnesreizen bei, im Sinne einer Normalisierung der Reizempfindung, einer Filterung und der Bewertung der empfundenen Reize, eine Normalisierung der Geschwindigkeit der Reizverarbeitung und die Normalisierung der Reizverarbeitung bis zu einer zweckmäßigen motorischen Antwort.
Im Bereich der sensorische Integration werden Störungen der Grob- und Feinbewegungen behandelt. Ergotherapie verbessert Gleichgewichtsempfindungen und Gleichgewichtsreaktionen.
Ergotherapeutische Behandlungen korrigieren neuropsychologische Defizite und Einschränkungen der geistigen Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Konzentration, Merkfähigkeit, Gedächtnis oder Lese-Sinn-Verständnis, das Erkennen von Gegenständen oder das Erfassen von Räumen, Zeit und Personen.
 
Quelle: Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V.

Die Ergotherapie ist besonders angezeigt bei Symptomen wie:
  • Lähmungen und Bewegungseinschränkungen
  • Störung der Aufnahme, Weiterleitung und Verarbeitung sensorischer Reize
  • Einschränkungen von kognitiven Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Konzentration, Merkfähigkeit
  • neuropsychologischen Defiziten wie Apraxien, Neglect, räumlich-konstruktiven Störungen, Schreibstörungen und Dyskalkulien, Wahrnehmungsauffälligkeiten, z.B. gestörte Selbstwahrnehmung, mangelndes Selbstbewusstsein, Probleme mit Alltagshandlungen
Im Rahmen der Ergotherapie wird die Selbstständigkeit des Patienten durch gezieltes Selbsthilfetraining in den Bereichen Körperpflege, An- und Auskleiden, Essen und Trinken sowie anderen Verrichtungen des täglichen Lebens gefördert bzw. erhalten. Dies beinhaltet auch die Hilfsmittelberatung und die Anleitung der Angehörigen im Umgang mit dem Kranken, z.B. bei der Kontrakturprophylaxe.
 
Die ergotherapeutische Behandlung erfolgt in der Regel abhängig vom Krankheitsbild 1 bis 3 mal wöchentlich in Einzeltherapie. Sie kann in unserer Praxis oder als Hausbesuch stattfinden. Während der Zeit der Therapie besteht ein regelmäßiger Kontakt zu dem behandelnden Arzt, um ihn über den jeweiligen Behandlungsstatus des Patienten zu informieren.

Behandlungsziele in der Ergotherapie

  • größtmögliche Selbständigkeit des Patienten im beruflichen, schulischen und häuslichen Alltag
  • Entwicklung und Verbesserung der Motorik, der Koordination, der Wahrnehmung, der Kommunikation und der Interaktion
  • Vermeidung von Folgeschäden und Entwicklungsverzögerungen
  • Verbesserung der sozialen Kompetenzen
  • o.a.
Die Behandlungen im Therapiezentrum Baumgarten finden in Einzel- und Gruppentherapie statt.